Es ist komisch.
Manchmal reicht schon eine einzige Nachricht wie „Ich bin gut angekommen!“
Und ich bin für einen kurzen Moment endlich wieder beruhigt.
Bis mein Kopf wieder anfängt.
Diese Woche muss ich mir einer ungewollten Challenge stellen.
Mein Freund ist für sechs Tage verreist.
Eigentlich keine lange Zeit. Zumindest sagen das die meisten.
Für mich fühlt sich eine Woche in solchen Situationen ewig lang an.
Nicht, weil ich ihm nicht vertraue.
Sondern weil ich meinem Kopf nicht trauen kann.
Während andere einfach mit ihrem Alltag weitermachen, bin ich antriebslos und am dauer-nachdenken.
Mein Kopf beginnt dann immer, sich die unwahrscheinlichsten Szenarien auszumalen.
Was, wenn ihm etwas passiert?
Was, wenn er unterwegs jemand besseren kennenlernt?
Was, wenn er merkt, dass er mich gar nicht vermisst?
Ich weiß selbst, wie unrealistisch diese Gedanken sind.
Und genau das macht sie noch viel frustrierender.
Denn ich sitze da und diskutiere mit meinem eigenen Kopf darüber, wer recht hat.
Overthinking fühlt sich für mich oft so an, als würde mein Kopf einen Film drehen, den ich nie sehen wollte.
Einen Fantasy- Thriller. Und es gibt keine Möglichkeit ihn abzudrehen.
Früher habe ich versucht, diese Gedanken einfach wegzuschieben.
Ich habe mir eingeredet, ich dürfte sie nicht haben.
Das Problem ist nur: Gedanken verschwinden nicht, nur weil man sie verbietet.
Sie werden meistens nur lauter.
Diesmal habe ich deshalb etwas anderes versucht.
Anstatt sechs Tage darauf zu warten, dass sie endlich vorbeigehen, habe ich beschlossen, sie auf etwas anderes umzulenken.
Während mein Freund unterwegs ist, fahre ich mit meiner besten Freundin nach München.
Nicht, um vor meinen Gedanken davonzulaufen.
Sondern um meinem Kopf zu zeigen, dass mein Leben in dieser Zeit nicht stillstehen soll und darf.
Dass ich trotzdem lachen,
neue Orte entdecken,
gut essen,
und vor allem Spaß haben kann!
Ich glaube, genau das vergesse ich beim Grübeln oft.
Ich behandle jeden Gedanken, als wäre er eine Warnung.
Dabei ist er manchmal einfach nur ein Gedanke und nichts weiter.
Nicht jede Angst ist eine Vorahnung.
Nicht jedes Kopfkino erzählt die Wahrheit.
Und nur weil mein Kopf sich etwas vorstellen kann, heißt das noch lange nicht, dass es passieren wird.
Das Ziel der Kurztrips ist es, dass die Gedanken leiser werden, weil ich mein Leben lauter drehe.
Am Ende entscheidet nicht mein Overthinking darüber, wie ich diese sechs Tage verbringe.
Sondern ich!
