Dass das Leben nicht immer einfach ist ist uns glaub ich allen bewusst. Dass es andere viel schwerer haben als ich, ist mir natürlich auch klar.
Man sollte sich den Privilegien bewusst sein, die einen täglich umgeben.
Ich habe eine schöne Wohnung, einen Job mit lieben Kollegen, ein recht gutes Gehalt, habe Ersparnisse und die besten Freude, die man sich wünschen kann.
Was mir jedoch fehlt, ist eine unterstützende Famile.
An einigen Tagen denke ich mir, dass ich auch gut ohne zurechtkomme.
Dass ich sie ja manchmal treffe und wir durchaus auch schöne Momente erlebt haben.
Dass ich jedoch nie eine richtige Bindung aufbauen konnte, dass ich keinen Rückhalt von ihnen habe und dass sie sich nicht wirklich für mich interessieren holt mich gerade in herausfordernden Zeiten immer wieder ein.
So auch letzte Woche.
Ich hatte Streit mit meiner Mutter und sie war sehr gemein zu mir.
Sie hat mir die Art von Dingen an den Kopf geworfen, die sich in das Gedächtnis einbrennen.
Die Art von Dingen, bei denen es besonders schwerfällt, sie wieder loszulassen.
Das Gespräch hat mich die ganze Woche verfolgt und ich habe mich gefragt, ob nicht doch ich das Problem bin.
Ob ich mich nicht vielleicht doch entschuldigen sollte.
Ob ich nicht vielleicht doch etwas übertrieben hatte.
Ich bin ein sehr offener Mensch, der mit Streit nur schlecht umgehen kann- möchte Probleme aus der Welt schaffen, möchte über Gefühle reden und mich am Ende wieder versöhnen.
Leider ist jedoch nicht jeder so und nicht mit jedem Menschen kann man sich (gleich) wieder versöhnen.
Ich finde, man sollte definitiv auch nicht alles verzeihen und sich schon gar nicht alles an den Kopf werfen lassen, nur weil der Gesprächspartner gerade vielleicht ebenfalls eine schwere Zeit durchmacht.
Ich hatte das Gefühl, dass ich mit meinen Problemen alleine gelassen wurde und das hat sich sehr auf meine Psyche ausgewirkt.
Ich wollte nicht mehr wirklich hinausgehen, bin nicht in die Arbeit gefahren, sondern war die ganze Woche im Homeoffice und habe viel geschlafen. Meine Stimmung war durchgehend sehr gedrückt und ich habe mich in meinem Körper einfach nicht wohl gefühlt. Zudem steht ein Arztbesuch an, vor dem ich große Angst habe.
Ich würde so weit gehen zu sagen, dass ich meinen Spark verloren hatte.
Alles nur wegen eines blöden Streits mit jener Person, die mir eigentlich am nächsten stehen sollte.
Hier sind einige Dinge, die mir geholfen haben, mir ein Stückchen meines Sparks zurück zu holen:
- Meine Lieblingsmusik laut aufdrehen und einfach einmal tanzen und mitsingen!
- Zeit mit meinen Haustieren verbringen- die Liebe von Tieren ist bedingungslos und kann helfen, sich wieder besser zu fühlen.
- Eine Kerze anzünden, mein Lieblingsgetränk besorgen und ein neues Buch anfangen. Setze dir hier kein Limit- lese so lange, wie es dir Freude bereitet. Zwang ist hier kontraproduktiv.
- Eine neue Serie anfangen und einen leckeren Snack gönnen.
- Den Tag abwaschen: eine lange Dusche mit deinen Lieblingsprodukten um die Negativität des Tages abzuspülen.
- Die Gedanken einfach loswerden. Achte hier nicht auf Perfektion sondern schreibe einfach darauf los!
- Mit Anderen darüber sprechen und dir Rat einholen. Hilfe zu suchen ist stark!
Ich weiss, dass ich nicht die Einzige bin, der es so geht.
Dass es viele Leute da draußen gibt, die starke Belastung durch ihre familiäre Situation erfahren.
Ich möchte euch nur sagen, dass ihr wertvoll seid und nur das Beste verdient!
Denkt immer daran: Ihr habt es bis bis hierher geschafft, ihr schaffst es noch bis zum Licht am Ende des Tunnels!
Bessere Zeiten kommen immer, man muss nur durchhalten!
