Ich mochte meinen Geburtstag lange nicht.
Nicht, weil ich älter werde.
Sondern wegen der Erinnerungen, die dazugehören und jedes Jahr wieder hochkommen.
Dieses Jahr hat er genauso angefangen, wie ich es irgendwie erwartet hatte.
Es wurde gestritten.
Es wurde geschrien.
Es wurde beschuldigt.
Die Stimmung war angespannt. Unangenehm. Peinlich.
Später wurde einiges an Alkohol getrunken.
Als würde das irgendwas besser machen.
Die Feier ging dann in einem Café weiter. Ich war einfach nur müde davon.
Von der Stimmung.
Von dem Gefühl, dass sich alles wiederholt.
Von diesem inneren Wunsch, einfach kurz rauszugehen und kein Teil mehr davon zu sein.
Und irgendwo zwischen all dem habe ich wieder gedacht:
Ich hasse Geburtstage.
Ich hatte mir gewünscht, dass es einmal anders laufen wurde und wurde leider wieder enttäuscht.
Ich war deprimiert und bin ohne große Erwartungen in die neue Woche und in mein neues Lebensjahr gestartet.
Aber dann war da noch jeamand anderes.
Meine Freunde.
Meine Arbeitskollegen.
Menschen, die sich Mühe gegeben haben.
Die Dinge organisiert haben, von denen ich nichts wusste.
Geschenke, die nicht einfach nur Geschenke waren, sondern Gedanken, Zeit und Aufmerksamkeit.
So viel davon, dass mir irgendwann einfach die Tränen gekommen sind.
Und mein Freund.
Der einfach da war.
An meinem Geburtstag.
Bei dieser chaotischen Feier.
Ohne große Worte, aber genau so, wie ich es gebraucht habe.
Und plötzlich hat sich etwas verändert.
Vielleicht mag ich meinen Geburtstag ja doch?
Vielleicht mag ich einfach nur nicht, wie er sich anfühlt.
Weil es eben nicht egal ist, mit wem man diesen Tag verbringt.
Weil es einen Unterschied macht, ob man sich erklären muss, oder einfach sein darf.
Am Ende war dieser Tag eine Achterbahn der Gefühle zwischen Enttäuschung und Hoffnung.
Aber er hat mich zu einer wichtigen Erkenntnis geführt:
Es geht nicht um den Tag.
Sondern um die Menschen.
Um die, die bleiben.
Die sehen.
Die einen so lieben, wie man ist.
Vielleicht mag ich meinen Geburtstag ja doch.
Nur eben nicht mit jedem.
