Diesmal war ich richtig vorbereitet.
Ich habe ein Reel auf Instagram gesehen, in dem eine Creatorin erzählte, dass sie eine Art „Achievement Tracker“ führt.
Eine Liste mit all ihren Projekten. Nicht nur die Großen.
Auch die kleinen Dinge, die sonst leicht im Arbeitsalltag verschwinden.
Die meist unsichtbare Arbeit- Organisieren, Mitdenken, Eingreifen, Verbessern.
Ich wollte das unbedingt auch für mich ausprobieren.
Also nahm ich mir Zeit, habe gesammelt und strukturiert. Projekte, Aufgaben, Erfolge. Ich fügte auch die kleinen Dinge hinzu, die ich längst wieder vergessen hatte.
Und ehrlich?
Ich war kurz beeindruckt von mir selbst.
Nicht auf eine arrogante Art und Weise.
Mehr auf eine: Oh wow, das also mache ich den ganzen Tag?- Art.
Dann kam das Gespräch mit meinem Chef.
Der Call war vorbereitet. Mein Dokument geöffnet. Ich bin schon mehrmals durchgegangen, wie genau ich das Gespräch führen möchte.
Spoiler: Ich konnte meinen Tracker direkt wieder schließen…
Nach einer kurzen Einleitung wurden direkt wieder die üblichen Fragen gestellt:
„Wie geht es dir?“
„Wie läuft’s gerade so?“
„Wie geht´s dir im Team?“
Ich antwortete. Versuchte diesmal aber, detailreicher auf die Fragen einzugehen.
Und dann passierte… nichts.
Keine Rückfrage. Kein Nachhaken. Kein wirkliches Interesse.
Mein sorgfältig vorbereiteter Achievement Tracker? Keine Gelegenheit auch nur kurz darüber zu sprechen.
Meine Gedanken zu Entwicklungsmöglichkeiten und nächsten Schritten schienen niemanden so wirklich zu interessieren.
Ich wollte mich nicht so leicht geschlagen geben und habe die Weiterbildung, die ich gerne machen würde, trotzdem angesprochen.
Ein kurzes „Okay gut.“
Und weiter ging’s.
Nach nicht einmal 15 Minuten verließ ich das Gespräch enttäuscht, wütend und gekränkt.
Nicht unbedingt, weil ich Lob erwartet hätte. Sondern weil ich zum ersten Mal das Gefühl hatte, wirklich vorbereitet gewesen zu sein.
Ich hatte mir Mühe gegeben, meine Arbeit sichtbar zu machen.
Meine Entwicklung ernst zu nehmen.
Meine Leiter vielleicht doch noch zu finden.
Aber irgendwie war dafür kein Platz in dem Gespräch, das eigentlich den Zweck gehabt hätte, persönliche Ziele zu besprechen.
Nach dem Gespräch musste ich an meinen letzten Beitrag denken. An die Unsicherheiten rund um das Thema Karriere. An diese ständigen Fragen:
Bin ich hier richtig?
Will ich mehr?
Was will ich überhaupt?
Leider ist mir an dem Tag klarer geworden, dass Karriere kein linearer Aufstieg mit motivierender Hintergrundmusik ist.
Manchmal besteht Karriere nicht aus Chancen, sondern aus gut vorbereiteten Gesprächen, in denen der Gegenüber nicht wirklich zuhört.
Manchmal sind es Stolpersteine, die sich nicht nach „wertvoller Lernerfahrung“ oder „Growth“ anfühlen.
Auch wenn man immer wieder auf einen Gegenüber trifft, den die Antworten auf die Fragen nicht interessieren, sollte man trotzdem nicht aufhören, sie zu stellen:
Wer bin ich?
Was ist mir wichtig?
Wo möchte ich beruflich hin?
Leider bekommt man selten Antworten oder Hilfe von außen.
Ich möchte dieses Gespräch nun als Anlass nehmen, ganz unvoreingenommen und unkommentiert an mir selbst zu arbeiten, um weiter herauszufinden, wer ich eigentlich bin.
Auch wenn der Tracker während dem Call nicht die Aufmerksamkeit bekommen hat, die er verdient hätte, hat er mir dennoch weitergeholfen, meine Arbeit und Initiativen transparent zu machen. Er hat mir geholfen, mich das erste mal richtig vorbereitet zu fühlen. Schreibe mir gerne, wenn du näheres Interesse daran hast oder du dich austauschen möchtest!
