Wer bin ich ohne meinen Job?

Ich habe lange überlegt, wie man so einen Text anfängt.

Mit einem roten Faden vielleicht? Mit einer klaren Richtung?
So wie man das halt macht, wenn man weiß, wo es hingeht.


Tja. Irgendwie ist mir keiner eingefallen.


Ich habe mehr Jobs gehabt, als ich manchmal selbst noch aufzählen kann.
Ich habe zwei Studiengänge angefangen und nach einiger Zeit wieder abgebrochen. Nicht, weil ich sie nicht hätte durchziehen können, sondern weil ich gemerkt habe, dass sie einfach nicht richtig zu mir passen.

Das Gefühl, Energie in etwas zu stecken, das sich nicht richtig anfühlt, anstatt mich selbst zu finden, wurde irgendwann immer stärker.


Letztes Jahr habe ich einen Job gefunden, in dem ich glücklich bin.

Wirklich.

Ich mag die Menschen, ich mag meine Aufgaben, und an den meisten Abenden denke ich: Das passt schon so


Ob er aber mein Traumjob ist?
Ich glaube nicht.

Und überraschenderweise ist genau das okay geworden.


Ich habe mich viel mit dem Thema Traumjob beschäftigt:
Wie könnte mein Traumjob aussehen?
Was mache ich gerne?
Was zeichnet mich aus?

Ich habe viel nachgedacht, viel reflektiert,  und mir dann die entscheidende Frage gestellt:


Was bleibt von mir übrig, wenn ich das Thema Job mal weglasse?


Und genau da hat sich etwas verschoben.
Wenn mein Job nicht alles ist, was sagt das dann über mich aus?
Was bleibt übrig, wenn man meinen chaotischen Lebenslauf mal kurz beiseitelegt?


Diese Fragen hat mich hierhergebracht.
Zu diesem Blog.

Als Ort, um Gedanken und Gefühle festzuhalten, die sonst irgendwo zwischen Alltag und Müdigkeit verloren gehen.


Und vielleicht auch, um zu zeigen, dass dieses Dazwischen kein Stillstand ist. Es kann auch der Anfang davon sein, sich selbst einen Schritt näher zu kommen.


Vielleicht bist du auch gerade genau hier: irgendwo dazwischen.